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26.01.2004 | Martin Schulte

"Der letzte Rendant von Widdersdorf" - St. Jakobus verabschiedet Ingo Mörsdorf und Anna Maria Mörs

Seit einigen Jahren gehen wir in der Kirchengemeinde St. Jakobus durch eine Phase grundlegenden Wandels.  Pfarrer Karl Adenäuer, der sich oft als der "letzte Pfarrer von Widdersdorf" bezeichnete, ging in den Ruhestand und an seine Stelle trat Msgr. Rainer Fischer, der nun die Gemeinden in Weiden und Widdersdorf gemeinsam betreut.  Im letzten Jahr Brunhilde Deutsch, die lange Jahre lang das Pfarrsekretariat innehatte und darüber hinaus als Pfarrhelferin aktiv in der Seelsorge mitgearbeitet hatte, in den Ruhestand und wurde im Pfarrbüro durch Rita Steeb-Glöckener abgelöst.

Am 25. Januar 2004 galt es nun, von einer weiteren Institution des Widdersdorfer Pfarrlebens Abschieds zu nehmen: der eigenständigen Widdersdorfer Rendantur und mit ihr von dem langjährigen Mitglied des Kirchenvorstandes und Rendanten StB/vBP Ingo Mörsdorf und seiner seit vielen Jahren verantwortlich für die Kirchengemeinde tätigen Mitarbeiterin Anna Maria Mörs. Hierzu hatten Pfarrer Fischer und der Kirchenvorstand die Gemeinde nach dem sonntäglichen Gottesdienst zu einem Pfarrschoppen in das Pfarrheim eingeladen, in dessen Rahmen die beiden feierlich verabschiedet wurden.

Was ist eigentlich die "Rendantur"? Viele Mitglieder der Gemeinde merken zwar, daß bei uns in der Pfarrei St. Jakobus die meisten Abläufe gut funktionieren, haben aber wenig Gelegenheit, "hinter die Kulissen" zu schauen. Hier spielen neben dem Pfarrer viele Gemeindemitglieder eine Rolle, die sie ehrenamtlich im Pfarrgemeinderat, als Lektoren, Kommunionhelfer oder Meßdiener, in der Vorbereitung auf den Empfang von Sakramenten, in Chor und Kirchenmusik sowie in vielfältigen Gruppen und Aktivitäten ausfüllen.

 

Im Zusammenspiel der Gremien unserer Kirchengemeinde kommt dem Kirchenvorstand dabei die Aufgabe zu, das Vermögen der Pfarrei zu verwalten und diese rechtsgeschäftlich zu vertreten. In Widdersdorf ist insoweit einiges zu verwalten: Neben der Pfarrkirche, dem Pfarrhaus und - seit einigen Jahren - dem neuen Pfarrheim umfaßt das Kirchenvermögen auch Grundbesitz in und um Widdersdorf herum sowie nicht zuletzt die Katholische Kindertagesstätte St. Jakobus.

 

Da auch der Kirchenvorstand seine Aufgaben ehrenamtlich wahrnimmt, stellt ihm das Organisationsrecht der Kirche professionelle Unterstützung zur Seite, den Rendanten. Diesem obliegen insbesondere die folgenden Aufgaben:

 

  • Durchführung des gesamten Finanz- und Rechnungswesens der Pfarrei (Aufstellung des Haushaltsplanes, Erstellung der Jahresrechnung, laufende Buchführung, Führung von Kasse und Konten, Beratung und Empfehlung in Fragen der Vermögensanlage)

 

  • finanzielle Betreuung von Baumaßnahmen und Instandhaltungsarbeiten (in engem Zusammenwirken mit dem Architekten und dem Bauausschuß)

 

  • Verwaltung des selbst- und fremdgenutzten Grundbesitzes, insbesondere Betreuung von Erb- und Landpachtverhältnissen

 

  • Personalverwaltung (Mitarbeiter in Kindergarten, Küster-/Hausmeisteramt, Pfarrbüro)

 

  • Finanzangelegenheiten der Kindergartens (Finanzierungsbeiträge öffentlicher Stellen, Elternbeiträge, Anschaffungen etc.)

 

  • Abstimmung mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat

 

Pfarrer Fischer würdigte bei dem Pfarrschoppen vor einer großen Anzahl von Gemeindemitgliedern die Verdienste von Herrn Mörsdorf und Frau Mörs in der Rendantur.

 

Ingo Mörsdorf wurde am 21. April 1934 geboren und steht damit kurz vor Vollendung des siebzigsten Lebensjahres. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder. Nach Widdersdorf zog er im Jahre 1962 und baute dort zusammen mit seiner Frau Elfriede mit viel Elan ein größeres Steuerberaterbüro auf. Nachdem er schon immer aktiv am Leben der Pfarrgemeinde teilgenommen hatte, hat sich die Pfarrei sein Engagement und seine Fachkenntnisse über dreißig Jahre lang nutzbar gemacht: So wurde er im Herbst 1973 erstmals in den Kirchenvorstand gewählt. In der Sitzung vom 9. November 1979 wurde er zum Rendanten von St. Jakobus gewählt und sodann aufgrund seiner professionellen und engagierten Amtsführung alle drei Jahre im Amt bestätigt.

 

Herr Mörsdorf nahm seine Aufgaben auch in solchen Zeiten zuverlässig wahr, in denen er schwerwiegende gesundheitliche Probleme hatte.  Seit 1982 wurde er von Mitarbeitern seines Steuerberatungsbüros in der Bewältigung des Tagesgeschäftes unterstützt.

 

Mitte 1984 übernahm Anna Maria Mörs eine Vielzahl von Rendanturaufgaben für die Kirchengemeinde und erledigte sie fast zwanzig Jahre lang mit großem Einsatz. Frau Mörs ist verheiratet (mit dem heutigen Partner von Ingo Mörsdorf, Herrn Dieter Mörs) und hat einen Sohn.  Neben den eigentlichen Aufgaben der Rendantur unterstützte sie auch das Pfarrbüro in vielfältiger Weise und betreute administrativ und in Finanzangelegenheiten den Kindergarten in enger Zusammenarbeit mit der jeweiligen Leitung.

 

In den Zeiten des Wirkens von Ingo Mörsdorf und Anna Maria Mörs in Kirchenvorstand und Rendantur erlebte Widdersdorf und die katholische Kirchengemeinde erhebliche Veränderungen.

 

War Widdersdorf beim Zuzug der Familie Mörsdorf im Jahre 1962 noch tatsächlich ein Dorf mit damals etwa 1.300 Einwohnern, so wuchs die Einwohnerzahl bis 1973, als Herr Mörsdorf in den Kirchenvorstand gewählt wurde, auf ca. 3.600 Einwohner und steht heute bei ungefähr 6.500.  Die Kirchengemeinde wuchs hierdurch nicht nur, sondern trug auch selber zur Ansiedlung von Familien in Widdersdorf bei, indem sie Grundstücke in den Straßen Unter Gottes Gnaden, Mozartstraße, Händelstraße und Buchenweg im Wege des Erbbaurechts zur Bebauung zur Verfügung stellte. Heute bestehen etwa 80 solcher Erbpachtverträge, die mit einigem Aufwand zu verwalten sind.

 

Die Rendantur begleitete auch viele Baumaßnahmen wie etwa zwei Erweiterungen des Kindergartens (1977-78 sowie 1993-95), die grundlegende Renovierung der Kirche in den Jahren 1987-89, vor allem aber den langen Weg zum neuen Pfarrheim, der mit einem Grundsatzbeschluß des Kirchenvorstandes am 31. Mai 1994 angetreten wurde und viel Zeit und Mühe in Anspruch nahm, bis das neue zweite Zentrum des Gemeindelebens neben der Pfarrkirche am 18. März 2001 eingeweiht wurde. Auch die Anschaffung der neuen Orgel unseres Gotteshauses wurde von der Rendantur in administrativer und finanzieller Weise unterstützt.

 

Frau Mörs und Herr Mörsdorf erledigten ihre Aufgaben stets mit großen Engagement, unbürokratisch, freundlich, bescheiden und in gutem Zusammenwirken mit Pfarrer, Kirchenvorstand und anderen Mitarbeitern in der Pfarrei.

 

Aufgrund einer allgemeinen Regelung des Erzbistums wurden in den letzten Jahren die Aufgaben der Rendanturen zunehmend in größeren Einheiten zusammengelegt.  Ziel dieser Regelung ist es, die Strukturen der Kirche in Zeiten abnehmender Katholikenzahlen und eines schwindenden Kirchensteueraufkommens zukunftstauglich zu machen.  Nicht überall waren in den Kirchengemeinden Rendanturen fachlich und personell so gut aufgestellt wie dies in Widdersdorf der Fall war.  Die Kirchenvorstände des Erzbistums waren daher angewiesen, die Aufgaben der Rendanturen bis spätestens Ende des Jahres 2003 auf neue "Zentralrendanturen" zu übertragen, die unter der Trägerschaft des Gesamtverbands der katholischen Kirchengemeinden in Köln eingerichtet wurden. 

 

Daher endete die Amtszeit von Ingo Mörsdorf als Rendant unserer Kirchengemeinde am 31. Dezember 2003 nach 24 erfolgreichen Jahren im Amt.  Nach 30 Jahren im Kirchenvorstand verzichtete Herr Mörsdorf auf eine erneute Kandidatur. Auch die Tätigkeit von Frau Mörs für die Pfarrei findet damit ein Ende.  Pfarrer Fischer dankte beiden unter dem Beifall der versammelten Kirchengemeinde ganz herzlich für ihre langjährige umsichtige Tätigkeit und den großen Einsatz in ihrer Arbeit für die Pfarrei und übergab jedem von ihnen Geschenke der Gemeinde, darunter ein Wandkreuz aus Bronze mit Szenen aus dem Alltag sowie ein Bronzerelief der Pfarrpatrons Jakobus d.Ä. des Künstlers Egino Weinert.

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