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 02.11.2007


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Liebe Familie, liebe Freunde und Freundinnen, liebe Gemeinde,
herzliche
Gruesse aus Dar Es Salaam, Tansania. Nun ist es schon zwei Wochen her, dass
ich Deutschland verlassen habe und in Tansania bin. Ich hatte einen guten Flug
und bin im Center von Father Shayo, dem Direktor und meinem Ansprechpartner nett
empfangen worden. Er hat mir dann mein Zimmer und gleich danach das Center
gezeigt. Das Center ist riesig und mit seinen vielen Baeumen und Gruenanlagen
zwischen den einzelnen Gebaeuden sehr schoen. Auf dem Gelaende befinden sich:
das Haus von Father Shayo und das Haus der Schwestern Theres vom Kinde Jesu mit
Huehnerzuchtbetrieb und grossem Garten, ein imposantes Schulgebaeude mit zwei
grossen Innenhoefen, drei Hostels -eins fuer die Schuelerinnen und eins fuer die
Schueler der Schule, die zu weit weg wohnen um nach dem Unterricht nach Hause zu
fahren, sowie eins fuer Touristen- mehrere Werkstaetten, drei Bars und mehrere
grosse Hallen, die am Wochenende an Hochzeitsgesellschaften vermietet werden,
die dann das ganze Center mit ihrer Musik beschallen.Meinen Tagesablauf will ich
zur besseren Uebersicht einmal so darstellen:
5:55 aufstehen, duschen,
Zimmer fegen 6:30 Messe bei den Schwestern 7:30 Fruehstueck mit Father
Shayo 8:00 Arbeitsbeginn an der Rezeption des Girls Hostels 12:00
Mittagspause mit Mittagessen, ausruhen und Briefe schreiben 14:00 meine
zweite Schicht an der Rezeption beginnt 17:00 Arbeitsende 19:30 Abendessen
mit Father Shayo
Mit dem fruehen Aufstehen, das man als Studentin ja
vielleicht nicht unbedingt so gewohnt ist habe ich von Anfang an kein Problem
gehabt. Es ist naemlich schon hell wenn der Wecker klingelt und der neue Tag
lacht mir durchs Fenster foermlich entgegen.Und auch die taeglichen Messen bei
den Schwestern sind sehr schoen. Father Shayo hat mir einen Messablauf auf
Kisuaheli besorgt. Seither kann ich auch mitsprechen.Mit dem Fruestueck hier
werde ich mich als bekennender Wurst-Fan wohl nie so richtig anfreunden koennen.
Es giebt Marmorkuchen, Fettgebaeck, Puddingteilchen und jeden Morgen ein Ei. Und
dann spuele ich alles mit einer fuerchterlich bitteren Tasse Artemisia-Tee zur
Malaria-Profilaxe runter. Dafuer ist aber das Essen am Mittag und am Abend
ausserordentlich gut. Es gibt Reis, Nudeln, Ugali (eine Art Polenta), Kartoffeln
in allen Zubereitungsweisen, verschiedenes Gemuese und dazu Fleisch oder
Fisch. Und dann natuerlich nicht zu vergessen, das Obst. Momentan gibt es vor
allem Papaja, Wassermelone und Bananen.Fuer den ersten Monat hat Father Shayo
mich in die Rezeption des Girls Hostels geschickt. Dort arbeite ich zusammen mit
Natalia und Tea, die immer im Wechsel kommen und natuerlich Schwester Rita, die
das Hostel leitet. Meine Kolleginnen sind sehr nett und versuchen mir beim
Swaheli lernen zu helfen. Jeden Tag nehmen wir uns ein Thema vor und ich lerne
die neuen Woerter. Bis jetzt haben wir unter anderem schon die Zahlen, die Uhr,
wie stellt man Fragen, die Wochentage und die Namen fuer die einzelnen
Koerperteile durchgenommen. Und wenn wir nicht gerade am lernen sind
begruessen wir die Gaeste des Hostels, verkaufen Telefonkarten oder
kontrollieren, ob die Zimmer auch sauber sind bevor ein neuer Gast kommt. Das
Hostel ist naemlich unterteilt, in einem Haus wohnen vor allem Touristen,
Durchreisende, oder wie im Moment eine Gruppe von Japanern, die fuer ein paar
Monate hier sind um Kisuaheli zu lernen und im anderen Haus wohnen die
Maedchen, die wie oben erwaehnt im Center zur Schule gehen, aber nicht jeden Tag
nach Hause fahren koennen. Diese Maedchen teilen sich zu zweit bis sechst
ein kleines Zimmer und zahlen dafuer am Tag etwa 60 Cent inklusive Fruehstuck.
Die Betten sind heiss begehrt, wir haben jetzt schon eine lange Warteliste fuer
naechstes Jahr! Das Center verlassen und mir Dar Es Salaam mal genauer
ansehen durfte ich bis jetzt leider noch nicht. Father Shayo ist sehr auf meine
Sicherheit bedacht und weil er selber immer sehr viel arbeiten muss, konnte er
noch keinen Ausflug mit mir machen. Aber einmal durfte ich ganz kurz mit, als
die fuer die Kantiene zustaendige Schwester in die Stadt musste um etwas zu
besorgen. Die Innenstadt von Dar Es Salaam (kurz Dar) ist nur einen Katzensprung
vom Center entfernt. Der Fahrer hat dann die Schwester relativ bald aus dem Auto
steigen lassen und ist mit mir zur Post gefahren. Ich habe dort ein paar
Briefmarken sowie Umschlaege erstanden, der Fahrer hat ins Postfach des Centers
gesehen (hier wird die Post nicht nach Hause gebracht, jeder hat bei der Post
ein Postfach) und wir sind wieder zurueck gefahren, haben Schwester
Bernadini und ein paar Lebensmittel fuer die Kantine auf den Pick-up geladen und
schon ging es wieder nach Hause ins Centrum. Ich habe also nicht viel von der
Stadt gesehen, aber ich hatte den Eindruck, dass es ein starkes
Nebeneinander von europaeisch, bzw. westlich gepraegten Teilen und typisch
afrikanischen Elementen in dieser Stadt gibt. So sind wir auf einer sehr breiten
Strasse entlang gefahren, an der viele grosse weisse Gebaeude standen. Das hat
mich irgendwie ein bischen an Bilder aus Regierungsvierteln in Amerika
erinnert. Und dann gab es da noch Strassen, wo ich dachte ich waere in
irgendeiner europaeischen Stadt am Mittelmeer gelandet. Es ist auf jeden Fall in
keiner Weise mit Tamale im norden Ghanas zu vergleichen. Dar ist irgendwie vor
allem eins: hektisch. Ueberall quetschen sich Autos und Menschen mit grossen
Schubkarren durch die Strassen. Verkehrsregeln sind dabei
nebensaechlich. Es scheint das Recht des Schnelleren (nicht des Staerkeren!
Denn auch ein Mann nit Karren kann sich zwischen zwei Autos quetschen ohne
ueberfahren zu werden)zu herrschen.Ich bin schon sehr gespannt, einmal etwas
genauer hinsehen zu koennen und werde dann natuerlich berichten.
Ich
moechte mich an dieser Stelle aber noch einmal bei Ihnen und Euch allen fuer
Ihre und Eure Unterstuetzung bedanken! Ob nun in Gedanken, finanziell durch die
Beteiligung an meinem Solidaritaetskreis, durch Briefe oder am Telefon. Vielen
Dank, Sie/Ihr macht mir die Eingewoehnung hier um einiges
einfacher!
Wer schon die ersten Fotos sehen moechte gehe einfach auf die
Seite: www.picasaweb.google.de/Tansania2008
Liebe Gruesse,
Daniela Abels
Ps: Sollten der Eine oder die Andere mir vielleicht einmal
einen Brief schreiben wollen, wuerde ich mich sehr freuen und ich bemuehe
mich auch so schnell wie moeglich zu antworten. Meine Adresse
lautet:
Daniela Abels Msimbazi Center P.O. Box 2428 Dar Es
Salaam Tanzania
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