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25.01.2013

Skandale und ein Pastoralkonzept

Skandale und ein Pastoralkonzept
Kommentar von Tina Vogel-Walter

Schon wieder ein Skandal in der katholischen Kirche. Diesmal betrifft es katholische Krankenhäuser. Die Missbrauchsstudie, die mit der Entlassung Prof. Pfeiffers endete, ist immer noch in den Schlagzeilen. Die Probleme der Zusammenlegung von Pfarreien kennen wir aus eigener Anschauung. Die neueste soziologische Umfrage zur Kirche zeigt deren Bedeutungsverlust – wundert sich jemand? Welche Bedeutung hat ein Pastoralkonzept, wenn immer mehr Menschen ihr Vertrauen in die katholische Kirche verlieren?

Der Katholikenausschuss schreibt in seiner Presseerklärung: „Wir bedauern sehr, dass im Erzbistum Köln, im Umgang mit Opfern sexueller Gewalt, eine Atmosphäre entstanden ist, die eigenverantwortliches und situationsgerechtes Handeln offensichtlich behindert.“ Eine unüberbrückbare Kluft zwischen Kirchenführung und den normalen Katholiken scheint sich aufzutun. Die Forderung des Evangeliums, dass Lippenbekenntnisse keine Bedeutung haben, sondern nur die Früchte ihrer Taten - können wir Laien nur an die Kirchenführung weitergeben. Wo führt ihr die Kirche hin?

Aber Beziehungen haben immer zwei Seiten. Erschreckend war für mich der vorauseilende Gehorsam, der sich in den Begründungen der Ärzte auftat. Eine Angststruktur auf der einen Seite und ein Generalvikar, der darauf hinweist, die Dienstanweisungen in den Krankenhäusern seien nie vom Kardinal abgesegnet worden. Das Christentum ist aber keine Gesetzesreligion. Ganz im Gegenteil, werden alle Gesetze auf den Geist überprüft. Die Religion steckt im Geist, nicht im Gesetz. Ihr seid wie Gräber auf denen Gras wächst – so drastisch sagt es Christus den Pharisäern(Menschen, die sklavisch Gesetze befolgen) - und geht selbst den Weg des Lebens.

Die Zeit der geschlossenen Gedankensysteme ist vorbei. Aber die Lehre von Christus war kein geschlossenes Gedankensystem. Das kam später. Die Wahrheit liegt nicht bei einer Partei und die katholische Kirche darf sich nicht in eine gesellschaftliche Nische flüchten, nur um die Geschlossenheit eines Systems, das immer weniger kompatibel mit dem normalen Leben wird, zu erhalten.

Leben ist nicht nur Achtung der Tradition, sondern auch Neuaufbruch. Diesen Spagat muss die katholische Kirche meistern. Die Kirche muss Ballast abwerfen, und dazu gehört die mittelalterliche Gehorsamsforderung. Es geht nicht um Gehorsam, sondern um Verantwortung, die ich grundsätzlich für mein Tun übernehmen muss. Niemand habe ein Recht auf Gehorsam, gab Hannah Arendt zu bedenken. Ist Gehorsam denn nicht meist nur Bequemlichkeit? Jemand anders ist schuld, ich muss nicht nachdenken und keine Nachteile befürchten…

Insofern möchte ich es als positives Signal deuten, dass die katholische Kirche die Erstellung eines Pastoralkonzeptes – eigentlich religiöses Kerngeschäft - in die Hand des Pfarrgemeinderates legte. Es ist ein offenes Konzept, viele haben mitgearbeitet und so hat es mehrere Facetten. Es ist ein demokratisches Angebot mitzuarbeiten – in jedem Fall ist es eine Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen.
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