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22.06.2013

Gespräch mit Frau Dördelmann zum Abschied

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Trotz vieler Umzugskartons, die darauf warten bestückt zu werden, war Frau Dördelmann doch bereit, ein Gespräch zu führen und einiges mitzuteilen über ihre jahrelange Tätigkeit in der Weidener Pfarre.

Im Pfarrbrief lesen wir: „Die Tür zum Pfarrhaus stand auch außerhalb der Bürozeiten immer offen, nicht zuletzt auch dank seiner Pfarrhaushälterin, Frau Dördelmann.“ Sicherlich haben es viele Mitglieder der Pfarre erlebt, wenn man bei der einen Klingel keinen Erfolg hatte, war man froh, dass es eine zweite gab und Frau Dördelmann half, die vermeintlich so dringlichen Probleme zu lösen.

Da liegt es nahe, erst einmal nach dem Begriff „Pfarrhaushälterin“ zu fragen. Es ist der offizielle Begriff, es gibt aber keinen Ausbildungsberuf Pfarrhaushälterin. Was sich dahinter verbirgt, wird nicht sofort klar. Unter einer Haushälterin können wir uns alle etwas vorstellen. Aber die Silbe „Pfarr“ davor hat es dann doch in sich! Dazu passt am besten der Begriff der „Vielseitigkeit“, der natürlich nicht klar abgegrenzt ist, wie das in anderen Berufen der Fall ist, sondern alles und jedes umfassen kann. Nach den Kennzeichen gefragt, fielen Frau Dördelmann vor allem ein: Selbständigkeit, Offenheit, Zuhören können, Verschwiegenheit, Großzügigkeit, Humor, letztlich Entlastung des Pfarrers.
Man könnte dem noch einige Fähigkeiten und Eigenschaften hinzufügen, wie z.B. Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein, und jeder würde sofort zustimmen. Dass Frau Dördelmann sie nicht erwähnt hat, sagt uns, dass diese für sie selbstverständlich sind.

Wie kam sie zu diesem Beruf? Gelernt hat sie im kaufmännischen Bereich, also etwas völlig anderes. Als sie bei einem Besuch in der Verwandtschaft den Kaplan Fischer kennenlernte, der eine Haushälterin suchte, war sie zwar überrascht, als er sie fragte, ob sie diese Aufgabe nicht übernehmen wollte, aber sie war nicht grundsätzlich abgeneigt. Sie entschloss sich also, „einen Sprung ins kalte Wasser“ zu wagen und es zu probieren; denn das bedeutete ja eine folgenreiche Entscheidung für ihr Leben. Sie hat die Probe bestanden, und daraus ist eine lange Zeit der erfolgreichen Zusammenarbeit geworden!

So kam sie damals aus Osnabrück - also Niedersachsen - über Radevormwald und Wuppertal nach Köln. Und mit den Kölnern bzw. den Weidenern, die ja auch nicht alle Kölner sind, hat sie sich gut verstanden. Ihre Fähigkeit des Zuhörens war gefragt und damit genauso die Fähigkeit zur Diskretion. Sie konnte sich gut auf Menschen einstellen und fand gerade darin eine interessante Variante ihres Berufs. Sie hatte es immer mit Menschen zu tun, Menschen mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Ansprüchen.

Da wäre zunächst der Pfarrer zu nennen. Dass seine seelsorgliche Tätigkeit immer an der ersten Stelle stand und Rücksicht erforderte, war für sie von vornherein klar und wurde von ihr ernst genommen. Ihr Bestreben war, den Pfarrer so weit wie möglich zu entlasten. Dabei war es ihr aber sehr wichtig, ihre Selbständigkeit zu erhalten. Darauf hat sie von Anfang an großen Wert gelegt; denn die eigene Persönlichkeit musste neben der des Pfarrer bestehen bleiben können. Aber hier gab es keine Schwierigkeiten. Der Gedanke der Selbständigkeit und Unabhängigkeit, der Trennung für bestimmte Bereiche, war für beide von ausschlaggebender Bedeutung und wichtige Voraussetzung für das Miteinander.
Allerdings bleibt in einem solchen Haushalt wenig Zeit für das eigenständige Privatleben oder für eigene Interessen. Doch auf die Pflege der Freundschaften – seien es eigene oder gemeinsame – wurde Wert gelegt.

Neben dem Pfarrer ist an zweiter Stelle natürlich die Gemeinde zu nennen. Hier ging es darum, eine angenehme Atmosphäre für das Pfarrhaus zu schaffen, um Freundlichkeit, um organisatorische Fähigkeiten vor allem bei größeren Veranstaltungen, was alles mit viel Einfühlungsvermögen zu bewerkstelligen war. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele Einzelpersonen und wie viele Gruppierungen ihre Wünsche und Ansprüche geltend machen, und das nicht immer nur zu Zeiten, in denen das Pfarrbüro geöffnet ist. Manchem wird vielleicht in Erinnerung sein – wenn auch sehr banal, aber letztlich wichtig –, welche Probleme allein der rechtzeitige Erhalt des Schlüssels macht, z.B. von der Hl. Geist Kirche, der Marienkirche, der Stephanuskapelle!

Eine weitere Beziehungsgruppe sind die Kolleginnen in anderen Pfarreien. Frau Dördelmann war lange Zeit „Diözesanvorsitzende der Pfarrhaushälterinnen des Erzbistums Köln“. Hier gab es wertvolle Kontakte und einen Erfahrungsaustausch auch mit anderen Bistümern. So lernte sie andere Kirchen und Städte kennen sowie die Probleme oder Problemlösungen in diesen Gemeinden. Doch hier ist festzustellen, dass es einen abnehmenden Trend gibt bei der Anzahl der Pfarrhaushälterinnen.

Eine weitere Gruppe, die mit der Pfarre weniger zu tun hat, aber Frau Dördelmann wichtig ist und ihr Halt gibt, ist ihre Familie. Davon kann sie immer lustige Episoden erzählen!

Jetzt wird auch Frau Dördelmann mit Pfarrer Fischer nach Köln-Süd ziehen, nach Marienburg. Auch für sie gilt: „Abschied und Aufbruch“. Die Haushaltstätigkeit bleibt ihr erhalten, aber es gibt jetzt sicherlich viel Freizeit zu füllen. Der Forstbotanische Garten liegt in der Nähe und das Hobby Fotografie soll gepflegt und gefördert werden. Und dann kann sie all das machen und nachholen, was sie in der Arbeitszeit in Weiden nicht tun konnte! Wir wünschen ihr viel Freude dabei und als Grundvoraussetzung eine gute Gesundheit! Hoffentlich bleibt dann und wann noch Zeit für einen Besuch in Weiden!?

Liebe Frau Dördelmann,
abschließend bleibt dann noch Dank zu sagen für Ihre lange Zeit in Weiden, Dank zu sagen für all Ihre Einsatzbereitschaft, Ihre Kontaktfreude, Flexibilität, Zuverlässigkeit…. und …….. und ………… und
Wir werden Sie sehr vermissen!! Ob wir wohl etwas Ähnliches wiederbekommen werden???


Lore Henning
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