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30.06.2013

Ein paar Fragen zum Abschied von Pfarrer Fischer

Der Pfarrbrief St. Marien, Sommer 2013 enthält noch weitere Beiträge zum Abschied von Pfarrer Fischer:
Renate Schiek (Bleib katholisch), von den Kirchenvorständen Dirk Hucko (für Lövenich), Bernd Heep (für Weiden), Michael Steeb (für Widdersdorf), von Pfr. Albert Kühlwetter (ehemaliger Kollege und Dechant im Priesterrat), Monika Crohn (Ein offener Brief im Namen der Evangelischen Gemeinde Weiden/Lövenich).
Der Pfarrbrief wird in Kürze auch ins Internet gestellt.




Als Sie seinerzeit nach Weiden gekommen sind, haben Sie ein großes Stück des Weges hierher zu Fuß zurückgelegt. Wird es zum Abschied etwas Ähnliches geben?

Da ich in eine neue Gemeinde "gegangen" bin, werde ich auch wieder aus der Gemeinde zu Fuß weggehen. Wenn der Umzugswagen gepackt ist, mache ich mich auf den Weg zu Fuß zu meinem neuen Domizil im Kölner Süden, allerdings allein mit meinem Pilgerstab. Ich glaube, es tut gut, erst einmal innere und äußere Distanz zu schaffen ("...man muss weggehen können und doch sein wie ein Baum"). Natürlich nehme ich die Gemeinden und Menschen, mit denen ich Berührung hatte, immer mit in einem ´Lebensrucksack´.

Können Sie uns von einer Situation, einer Begebenheit während Ihrer Zeit hier in Weiden berichten, an die Sie sich besonders gern erinnern?

Begebenheiten und besondere Situationen gab es sehr viele. Ich greife nur eine heraus. Während des Weltjugendtages im Jahr 2005 kam ich eines Abends von einem Hausbesuch zurück, bog um die Garage, um zur Haustür zu gehen. Ohne vorher etwas gehört oder gesehen zu haben traf ich auf ca. 30 Jugendliche aus Spanien, die in unserem Seelsorgebereich untergebracht waren, zusammen mit ihrem Bischof auf nacktem Boden sitzend, um über einen Bibeltext nachzudenken. Ich war so überrascht und kam mir fast wie ein Störenfried vor. Blitzartig schoss es mir durch den Kopf: "Wenn Kirche Kirche bleiben will, dann muss sie Bodenhaftung behalten". An diesem Abend gab es keine "Sprachschwierigkeiten".

Ruhestand - dieser Begriff passt so gar nicht zu Ihnen. Welche Dinge und Beschäftigungen werden in Zukunft eine viel größere Rolle spielen als bisher?

Was ich im Einzelnen tun werde oder auch nicht, kann ich noch nicht genau sagen. Gewisse ´Grundvollzüge´ des priesterlichen Dienstes will ich natürlich beibehalten. Der Schwerpunkt meines Handelns wird aber auf dem ´Ökumene-Sektor´ liegen. Die ACK-Arbeit wird immer umfangreicher. Weil aber Ruhestand u.a. auch mit Ruhe zu tun hat, möchte ich ganz bewusst auch einmal nichts planen, damit ich Ruhe für die Ruhe finde, die ihrerseits wiederum Quelle für alles Kreative bedeutet. Ich stelle mir es als ganz spannend vor, planvoll planlos und planungslos gezielt in den Alltag zu schauen.

Die Ökumene war und ist Ihnen ein ganz besonderes Anliegen; hier bei uns und als Vorsitzender der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) in Köln haben Sie wichtige Akzente gesetzt. Werden Sie an diesem Thema "dranbleiben"?

Ganz bestimmt. Der Ökumene gehört mein Herz, weil es ein Herzensanliegen Jesu war und ist, "...dass alle eins seien" (Joh 17).

Was wünschen Sie den drei Gemeinden für die Zukunft?

Einen wachen Blick für die Zeichen der Zeit, ein gemeinsames Ringen um ein glaubwürdiges Profil einer Kirche vor Ort und viel viel Vertrauen in den Geist dessen, der immer da ist, wo zwei oder drei sich in seinem Namen versammeln.

Sicherlich haben Sie gespürt, dass Sie von vielen Menschen hier bei uns sehr geschätzt und demnächst vermisst werden. Gibt es eine Chance, sich nicht ganz aus den Augen zu verlieren?

Ein Mensch, der so lange an einem Ort ´gewirkt´ hat, kann einfach die Menschen ´seiner Vergangenheit´ nicht aus den Augen verlieren. Da ich in Köln wohnen bleibe, werden wir uns bei irgendwelchen Treffen oder ´Veranstaltungen´ bestimmt wiedersehen, nur mit dem Unterschied: wenn ich komme, dann komme ich nicht mehr als Pfarrer , sondern als Gast (als den ich mich immer verstanden habe), aber der Mensch Rainer Fischer ist und bleibt der gleiche, der ich vorher war und auch weiter bleiben möchte (nur halt älter eben). Wenn mir ein Titel für meinen Beruf und meine Tätigkeit besonders gefällt, dann ist es das Wort aus dem 2. Korintherbrief: "Nicht dass wir Herren sein wollten über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude" (2 Kor 1,24)

Die Fragen stellte Stefanie Tiltmann-Fuchs
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