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27.09.2013

Erstkommunion auf neuen Füßen

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Unser Seelsorgebereich geht in der Erstkommunionvorbreitung einen neuen Weg.

Ungewohnt ist für die meisten Gruppen die Vorbreitung auf die Erstkommunion 2014. Bisher saßen Kinder mit einer Katechetin um den Tisch, jetzt Mütter und auch Väter mit ihren Kindern.
"Dazu fühle ich mich überfordert." "Das kann ich nicht." "Ich habe gar nicht das Wissen dafür." "Die Kinder brauchen dazu eine Respektperson. Bei den Eltern hören sie nicht zu."
"Dazu habe ich keine Zeit." Das waren einige Argumente gegen diese neue Idee.
Es hat viele Gespräche, viel Überzeugungskraft und viele Gebete gekostet, bis wir da waren, wo wir jetzt sind. Da wir aber nicht mit der Eisenstange alles durchsetzen wollten, gibt es noch fünf Gruppen in der herkömmlichen Weise, aber bereits 18 Eltern-/Kindgruppen !

Nun haben die ersten Treffen stattgefunden. "Meine Frau ist ganz aufgeräumt nach Hause gekommen" (große Kritikerin). "Es war echt schön." "Am Anfang war es ganz zaghaft, aber dann..." "Vor dem Lehrer hätten die Kinder mehr Ehrfurcht gehabt, als vor uns Eltern. Aber das kriegen wir schon hin." Ja, aller Anfang ist schwer. Aber wenn man nach einigen Malen den richtigen Schwung hat, dann wird es gehen.

Da nicht genug Unterkunftsmöglichkeiten für alle Gruppen da waren, stellte uns sogar die evangelische Gemeinde in Widdersdorf Räume zu Verfügung. Tja, Kommunionunterricht bei den Evangelischen ! Wenn das nicht Ökumene ist !

Wie ist es zu diesem Vorhaben gekommen ?

Dazu gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist es immer schwieriger, neue Katechetinnen zu finden, die auch in ihrem Glauben verwurzelt sind. Viele von ihnen brauchen selber eine lange katechetische Vorbreitung, ehe sie die Vorbreitung mit den Kindern übernehmen können. Einige Eltern schlagen tatsächlich vor, in die gute alte Zeit zurück zu kehren, als der Pfarrer im Pfarrsaal die Kinder unterrichtet hat. Aber das ist vorbei. Was war das danach eine Zeit, in der Mütter und Väter gebeten wurden, Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten. "Ich gebe mein Kind nicht zu irgendeiner Mutter. Das ist die Aufgabe vom Pastor !" Auch damals war es schwer, neue Wege, die dann lange selbstverständlich waren, zu gehen. Wenn nun heute mehrere Eltern diesen Kreis bilden, dann tragen sie sich gegenseitig im Glauben, ergänzen sich und können sich locken, tiefer zu gehen. Der Heilige Geist bekommt eine größere Bandbreite für sein Wirken.

Zum anderen hat man selten im Leben die Möglichkeit, auch als Familie die Nähe Gottes so intensiv zu spüren, wie bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion. Diese Zeit des Miteinanders von Jung und "Alt" ist besonders wertvoll.
Zusammen gehen die Eltern mit ihren Kindern diesen Weg mit Gott. Jesus sagt ja:
"Wo Zwei oder Drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen."
Deshalb ist die Erstkommunionvorbreitung keine spezielle Angelegenheit nur für Kinder und eine einzelne Begleitperson, nein, sie ist die Aufgabe der ganzen Gottesgemeinde :
- natürlich der Kinder, die das Wesen dieser einzigartigen Gegenwart Gottes in der
Eucharistie "erglauben" sollen,
- der Eltern, die ja der "Mutterboden" sind, aus dem der Glaube der Kinder wächst. Dieser
"Mutterboden" muss ihnen auf jeden Fall bis zur Firmung Grund und Nahrung sein.
- die Menschen, die sich Sonntag für Sonntag zur Eucharistiefeier treffen und bezeugen:
"Gott ist Ausgangspunkt, Zentrum und Ziel des Lebens".
- die Menschen, die schon Seite an Seite mit all den Heiligen und Engeln Gott schauen
dürfen. Sie setzen auf ihre Weise alles daran, dass jeder von uns ebenfalls dieses Ziel
erreicht.
Zwischen diesen irdisch/himmlischen Gemeindemitgliedern und den Kindern sind die Eltern die Schnittstelle. Mit ihrem Glauben die Kinder zu begleiten und zu stärken ist somit eine heilige und heiligende Aufgabe.

Praktisch sieht die Zeit der Vorbereitung so aus:

- es bilden sich Gruppen ab drei Eltern-/Kindpaaren (nicht größer als 6 Paare).
Manchmal lebt ein Kind in einer anderen Gemeinschaftsform als es die Familie ist;
deshalb soll auf jeden Fall eine enge dauerhafte Bezugsperson dabei sein.
- einer der Seelsorger ist Ansprechspartner
- Eltern und Kinder einigen sich auf eine Stunde innerhalb von zwei Wochen
(in einer "zeitlosen" Zeit ist eine Einigung in solch einem Zeitraum möglich)
- das Begleitbuch ist selbsterklärend, sodass jeder ohne eine intensive Vorbereitung
in die Durchführung einsteigen kann. In der Durchführung können sich die Eltern
von Stunde zu Stunde abwechseln, damit niemand überfordert ist.
- Fest integriert ist die Chorarbeit mit dem Seelsorgsbereichskantor.
- Verschiedene thematische Angebote finden ab und zu nach den Sonntagsgottesdiensten
statt. Hierbei gehen Eltern und Kinder getrennt durch das Programm.

Sicherlich gibt es noch andere Weisen der Erstkommunionvorbreitung. Diese Art kann mithelfen, dass aus diesen Monaten der Glaube nachhaltiger in den Familien haften bleibt und der von vielen Geistlichen in den Predigten dahin geworfene Begriff "Erstkommunion ist Letztkommunion" endlich von der Kanzel verschwindet.
Wir müssen neue Wege gehen. Wir wissen, wie wertvoll unser Glaube ist. Wir wissen, dass
dieses Vorgehen nicht einfach ist. Aber wenn wir wissen, dass Gott dadurch bei uns wieder mehr Platz gewinnt, dann ist das Reich Gottes ein Stück näher und der Frieden in der Welt ebenfalls.

Packen wir es an !

Diakon Klaus Bartonitschek
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